Die erste Kata – Pinan Nidan

Gestern konnte ich leider nicht am Training teilnehmen, denn ich wurde von einer Laufgruppe eingeladen an einem Longrun teilzunehmen und da mein erster Halbmarathon bereits in zwei Wochen ist, habe ich dieses Angebot angenommen.
Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch bei Karate fleißig war. Man kann das ein oder andere gelernte ja auch zuhause wiederholen. Ganz besonders wenn man am letzten Mittwoch die erste Kata, die Pinan Nidan, gelernt hat.

Für diejenigen die nicht wissen was eine Kata ist, möchte ich Wikipedia zitieren: „Eine Kata im Karate ist – wie in anderen japanischen Kampfsportarten auch – eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen besteht, welche jedoch im Karate meist gegen imaginäre Gegner geführt werden.“ ( Quelle: Wikipedia ) Wer eine ähnliche Kata sehen möchte, kann sich folgendes Video einmal ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=koOaztyceUs

Mal nebenbei erwähnt

Videos von Techniken und Katas sind für die Stilrichtung „Shorinji Ryu“ extrem rar daher verlinke ich hier Videos, die unserem Stil ähnlich sind. Wenn ich mal gut genug bin, dann werde ich die ein oder andere Technik / Kata dann auch im Stil des „Shorinji Ryu“ selbst verfilmen und hier zeigen. Bis es aber soweit ist, bitte ich noch um Verständnis, dass ich Stilähnliche Videos hier zeige. Beim Training selbst kann ich aus datenschutztechnischen Gründen natürlich keine Videos machen.
Die Leute, die das Glück ( ja ich weiß, andere würden es eher Pech nennen ) haben mich zu kennen wissen, dass ich meinen Horizont gerne auch außerhalb des Trainings erweitere. Aus diesem Grund und auf freundlicher Empfehlung von Sempai-Dai Helga H. habe ich mir das Buch „Shihan Bill Marsh – Ein Leben für Karate Do“ von Jürgen Fischer  als e-book zugelegt.

Ein Leben für Karate Do

Neben seinem Leben beschreibt Shihan Bill Marsh auch die Grundtechniken und die ersten Katas für den Shorinji Ryu Stil. Leider gibt es in der e-book Version einen Anzeigefehler. Ausgerechnet bei der ersten erlernten Kata. Die Reihenfolge der Techniken innerhalb des Pinan Nidan sind nicht fortlaufend dargestellt sondern in Blöcken verschoben. Ich denke das hängt mit der Konvertierung des Originals-Skripts zur e-book-Version zusammen. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Aber zurück zur Kata.

Die Abläufe lernen wird wahrscheinlich nicht wirklich das Problem sein. Schwieriger werden die feinen Übergänge und die edlen Betonungen der individuellen Techniken. Was meine ich damit? Wenn ich die Kata in den Abläufen mal irgendwann drauf habe, dann wird das aussehen als würde ein Roboter, wahrscheinlich ein Terminator, die Kata ausführen. Technisch dann ok aber optisch ein debakel 🙂 Mal schauen wie ich mich da rantasten kann. Eine weitere Hürde muss ich ebenfalls noch überwinden und das ist das „Ankündigen“ der Kata und das Kiai ( https://de.wikipedia.org/wiki/Kiai ) während der Ausführung. Beide bedürfen einer lauten und deutlichen akustischen Äusserung und das im schlimmsten Fall vor allen anderen 😉 Ich bin nunmal ein ruhiger Mensch und muss den Mut dann erstmal aufbringen das vor anderen zu tun.

Was wurde neu gelernt?

Innerhalb des Pinan Nidan gab es einen für uns noch unbekannten Stoß, einen Tettsui. Das ist ein Stoß mit der Unterseite der Faust. ( Ähnlich dem Dampfhammer von Bud Spencer 🙂 )

Shihan Bill Marsh

Ich denke jeder der aus der Trierer Gegend kommt hat schon mal den Namen Bill Marsh gehört. Leider hatte ich noch nicht das Vergnügen, ihn persönlich kennen zu lernen aber das kommt ja vielleicht noch. Bei YouTube kann man einen Bericht der Landesschau RP – SWR  vom 27.06.2014 finden den ich hier mal verlinke.


https://www.youtube.com/watch?v=QtjaSQHPPgk

Am Mittwoch geht es dann weiter. Stay tuned und schaut zwischendurch mal hier vorbei.

Sonntagstraining oder erste Peinlichkeiten

Am Sonntag 17.03.2019 war wieder ein Karatetraining angesetzt. Es ist leider nicht immer einfach mit zwei kleinen Kindern ( 4+ 6 ) pünktlich zu sein, selbst wenn der 6-jährige ebenfalls am Unterricht teilnimmt. So war ich auch an diesem Tag wieder im Stress und wir kamen zu spät…

„Was macht man, wenn man zu spät kommt?“

Das war dann die Frage. Mhhh…. Völlig überfordert ist mir erstmal die richtige Antwort nicht eingefallen. Ich dachte an das Schließen der Eingangstür oder an Liegestütze zur Strafe für die Verspätung. Dabei war die Lösung doch zum greifen nahe und war aufgrund einer guten Erziehung auch irgendwie selbstverständlich. Man grüßt den Trainer / Sensai natürlich erstmal mit einer Verbeugung! Peinlichkeit hoch 3… Die Kinder wurden nach dem Training natürlich sofort dazu veranlasst, beim nächsten Training doch ein wenig schneller ins Auto einzusteigen. Immerhin kostet das auch Trainingszeit der anderen.

Da die „Schwarzgurtler“ auf einem Trainingsseminar waren gab es diesmal nur eine Gruppe. Gemeinsames Training mit den Fortgeschrittenen ist schon ein wenig anders. Zum ersten mal stand jemand vor mir ( abgesehen von den Trainingseinheiten mit dem Sensai ) der die Angriffs- und Abwehrtechniken richtig und wie man in Trier sagt, mit Schmackes, ausführt. Ich war die Geschwindigkeit nicht gewohnt aber ich denke ich konnte meine Aufgaben relativ gut lösen. Hier ist dann wohl mal Tempotraining angesagt aber das wird auch mit der Zeit kommen wenn die Techniken in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Als neue Technik lernten wir den Gyaku-Tsuki ( oder Zuki? hier unterscheiden sich die Schreibweisen im Internet ). Das ist eine Fauststoßtechnik ähnlich dem Oi-Tsuki ( oder Zuki ) mit dem Unterschied, dass der Stoßarm entgegengesetzt zum vorderen Bein ( in Zenkutso-Dachi ) ist. Wenn man bisher nur den Oi-Tsuki durchgeführt hat, dann ist wieder Konzentration gefragt, denn hier muss man auch bei der Wende im Kopf ein wenig umschalten.

Ein Video vom YouTube Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCMnne5263aEAje6xBOQTY8w

Natürlich hat das gemeinsame Training mit meinem Gegenüber auch wieder Flecken hinterlassen und da ich ja gerne jammere hier ein Beweisfoto:

Mimimi - Papa hat Aua!
Mimimi – Papa hat Aua!

Abschließend sei zu sagen, dass das Training wieder spitze war und die Zeit mal wieder vorbeigeflogen ist. Ich freue mich schon auf Mittwoch, ich hoffe das ich diesmal pünktlich da sein kann.